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Wie funktioniert die Brennstoffzelle?
Welche Zellgeometrien gibt es?
Welche Brennstoffzellentypen gibt es?
Energiespeicherung
Energiedichte
Stärken und Schwächen der Brennstoffzelle
Konkurrenztechnologien
Wie funktioniert die Brennstoffzelle (engl.
fuel cell)?
Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) reagieren in einer
„kalten Verbrennung“ zu Wasser (H20) unter Abgabe von elektrischem
Strom und Wärme.
Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei > 60%, die Reaktionsenergie der
Brennstoffzelle wandelt sich sowohl direkt in elektrischen Strom als auch in
Wärmeenergie. Zum Vergleich, der Wirkungsgrad eines optimierten Dieselmotors
liegt bei ca. 35%.
Funktionsprinzip der PEM Brennstoffzelle
(Beispiel PEM Proton Exchange Membrane)

Aufbau und Funktion der PEMFC (Quelle: www.ballard.com)
Das
Funktionsprinzip der Brennstoffzelle (BZ) ist eine Umkehrung der
Elektrolysereaktion in der Wasser durch elektrischen Strom in die Bestandteile
Wasserstoff H2 und Sauerstoff O2 aufgespalten wird.
Folgende Reaktionen laufen dabei an Anode und Kathode ab.

Funktionsweise einer Brennstoffzelle (Quelle: www.ecosoul.org)
Anode
(Wasserstoffseite)
Der molekulare
Wasserstoff H2 wird durch den Katalysator (z.B. Platin) zunächst
unter Abgabe von 2 Elektronen (e-) in 2 positive geladene H+ Ionen aufgespalten.
Summenformel: 2 H2
-> 4 H+ + 4 e-
Elektrolyt
(Membrane)
Die positiv
geladenen H+ Ionen wandern durch den Elektrolyten, in unserem
Beispiel eine PEM (Proton-Exchange-Membrane) von der Anoden zur Kathodenseite.
Der Elektrolyt ist nur protonenleitend und lässt deshalb keine Elektronen
passieren.
Kathode
(Sauerstoffseite)
Die Reaktion auf
der Kathodenseite ist wesentlich komplizierter. Vereinfacht dargestellt
reagiert ein Sauerstoffmolekül O2 mit 2 H+ Ionen unter Aufnahme
von 2 Elektronen kurzzeitig zu H2O2, welches dann unter
weiterer Aufnahme von 2 H+ und 2 Elektronen e- zu 2
Molekülen Wasser umgesetzt wird.
Vereinfachte
Summenformel: O2 + 4 H+ + 4 e- -> 2 H2O
An der Kathode
herrscht also Elektronenmangel und an der Anode Elektronenüberschuss. Verbindet
man nun die beiden Elektroden elektrisch, dann fliesst ein Elektronenstrom um
den Ladungsausgleich herzustellen. Dieser Strom fliesst solange die
Reaktionsprodukte Wasserstoff und Sauerstoff an Anode und Kathode zugeführt
werden. Schaltet man in diesen Stromkreis einen elektrischen Verbraucher so
wird Arbeit verrichtet.
Die
Leerlaufspannung einer Brennstoffzelle liegt theoretisch bei 1,229 Volt. In der
Praxis können bei Betrieb mit reinem Sauerstoff ca. 1,05V und bei Betrieb mit
Luft ca. 0,95V erreicht werden. Um höhere Spannungen zu realisieren baut man
sogenannte Brennstoffzellenstacks in denen mehrere Brennstoffzellen in Reihe
geschaltet werden.
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Welche Zellgeometrien gibt es?
Bei der
Konstruktion von Brennstoffzellen lassen sich unterschiedliche Zellgeometrien
unterscheiden.
- Planare Zelle
- Rohrzelle
- Wickelzelle
Planarer Einzeller (Quelle: www.innovation-brennstoffzelle.de)
Die am meisten
verwendete Zellgeometrie ist die planare Zelle. Hier sind Anode, Elektrolyt (Membran)
und Kathode wie in einem Sandwich übereinander angeordnet.

Planarer Stack (Quelle: www.innovation-brennstoffzelle.de)
In der planaren
Bauweise werden häufig sogenannte Brennstoffzellenstacks hergestellt. Dabei
schichtet man einfach mehrere Einzelzellen zu einem Stack zusammen. Ein Vorteil
der Stackbauweise besteht darin, dass man somit fast jede beliebige
Ausgangsspannungen realisieren kann, denn beim Brennstoffzellenstack addieren
sich die Spannungen der Einzelzellen (vgl. elektrische Reihenschaltung
Spannungsquellen). Ausserdem ergibt sich eine kompakte Bauform, die sich in
vielen Anwendungen platzsparend integrieren lässt.
Eine weitere Möglichkeit mehrere Einzelzellen zu kombinieren stellt die Streifenzelle dar.
Diese eignet sich dann, wenn flache Bauformen mit grosser Fläche von Vorteil
sind.
Die Rohrzelle hat die Form einer Röhre. Anode, Elektrolyt und Kathode sind in
einzelnen Schichten übereinander angeordnet.
Mehrere Brennstoffzellen lassen sich hier in einem Modul zusammenfassen. Auch hier kann
durch elektrische Reihenschaltung einzelner Röhren die Ausgangsspannung
angepasst werden. Röhrenzellen werden heute z.B. bei der SOFC Technik von
Siemens Westinghouse eingesetzt.
Rohrzelle (Quelle: www.h2-interpower.de)
Die Wickelzelle
stellt eine weitere interessante Möglichkeit dar, Brennstoffzellen zu
realisieren. Im Prinzip ist die Wickelzelle eine lange planare Zelle, die dann einfach aufgewickelt wird. Die Idee
zur Entwicklung der Wickelzelle entstand bei der Firma h2-interpower und wurde dort auch in einem Entwicklungsprojekt in die Realität umgesetzt. Die Wickelzelle steht, ähnlich wie die Rohrzelle,
noch am Anfang ihrer Entwicklung und verspricht neben einer
platzsparenden Geometrie auch niedrigere Herstellungskosten als die planare
Zelle.
Wickelzelle (Quelle: www.h2-interpower.de)
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Welche Brennstoffzellentypen gibt es?
Es gibt heute verschiedene Typen von Brennstoffzellen, die sich nach dem jeweils verwendeten Elektrolyten unterteilen
lassen. Folgende Grafik gibt eine Übersicht der verschiedenen BZ-Typen.
Quelle: www.fuel-cell.de
Aus heutiger Sicht scheint sich die PEM Brennstoffzelle
für mobile und portable Anwendungen am besten zu eignen. DaimlerChrysler und
Ford setzen auf diese Technologie für Ihre brennstoffzellenbetriebenen
Fahrzeuge. Auch im Bereich der mobilen Anwendungen wie Stromversorgung für
Laptops etc. scheint sich diese Technologie zu etablieren. Die PEM BZ benötigt
allerdings sehr reinen Wasserstoff zum Betrieb, da COx die
eingesetzten Katalysatoren „vergiftet“ und damit schnell unbrauchbar macht.
Demgegenüber können die Brennstoffzellentypen, die
bei höherer Temperatur arbeiten, auch mit einem sogenannten Synthesegas
betrieben werden. Das Synthesegas kann zum Beispiel durch Reformierung von
Benzin hergestellt werden und hat neben einem hohen H2 Anteil auch
COx und NOx Bestandteile. Bei höheren Temperaturen können
die Edelmetallkatalysatoren z.B. durch Nickel ersetzt werden, und diese
Katalysatoren sind unempfindlich gegen die im Synthesegas enthaltenen COx
und NOx Anteile. Ausserdem wird bei den höheren Temperaturen ein grossteil des
problematischeren CO in CO2 oxidiert. Im Bereich der kleinen
stationären Systeme wird neben der PEM auch die SOFC BZ eingesetzt. Bei
Grosskraftwerken scheinen sich die SOFC und die MCFC BZ durchzusetzen. In der
folgenden Tabelle sind die wichtigsten Hersteller für die verschiedenen
BZ-Typen aufgelistet.
|
BZ-Typ
|
Herstellerfirmen
|
|
AFC
|
Astris, UTC, Zetek
|
|
PEM
|
Ballard, Plugpower,
H-Power, UTC, Nuvera, Siemens, h2-interpower
|
|
PAFC
|
UTC
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MCFC
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Fuel Cell Energy (FCE), MTU
|
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SOFC
|
Sulzer Hexis, Siemens Westinghouse, Global Thermolectric
|
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DMFC
|
Ballard, Manhattan Scientific, Medis, MTI Micro FuelCells, Smartfuelcell
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Energiespeicherung
Die Energiespeicherung stellt heute das grösste
Problem bei Einführung der Brennstoffzellentechnologie dar. Während wir für
fossile Brennstoffe wie Benzin, Heizöl oder Diesel eine funktionierende
Infrastruktur haben muss diese insbesondere für Wassestoff noch aufgebaut
werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Wasserstoff ein leicht flüchtiges Gas
ist, welches bei bestimmten Gas-Luftgemischen leicht entzündlich ist. Folgende
Speichermöglichkeiten für Wasserstoff werden heute verwendet:
- Metallhydridspeicher
- Hochdruckwasserstoff (CGH2)
- Flüssigwasserstoff (LH2)
Metallhydrid kann unter bestimmten Bedingungen in den Zwischengitterplätzen des Kristallgefüges Wasserstoffmoleküle binden.
Dieser Vorgang ist beliebig oft reversibel und ist mit Aufnahme bzw. Abgabe von
Wärme verbunden. Beim Aufladen des Metallhydridspeichers wird er heiss, beim
Entladen kühlt er ab. Metallhydridspeicher sind in der Lage das ca. 500-fache
ihres Eigenvolumens an Wasserstoff bei nahezu Umgebungsdruck zu speichern.
Die Verwendung von druckbeständigen Stahlflaschen
zur Speicherung von Wasserstoff wird schon lange praktiziert. Neueste
Entwicklungen nutzen Drücke von bis zu 700bar (70MPa) um den Wasserstoff möglichst
platzsparend zu speichern.
Flüssigwasserstoff stellt eine sehr effiziente
Möglichkeit dar Wasserstoff zu speichern, so kommt LH2 am nächsten
an die volumenbezogene Energiedichte von Benzin oder Diesel heran (ca. 25% der volumenbezogenen Energiedichte von Benzin).
Weiterer Vorteil ist die kurze Tankzeit von LH2 (ca. 2
Minuten für 100l) gegenüber Druckgasspeichern. Nachteilig wirken sich heute
noch der hohe technische und energetische Aufwand zur Verflüssigung von
Wasserstoff sowie die technisch aufwendigen Tanks aus.
Verwendet man Methanol als Alternative zu Wasserstoff lassen sich die Speicherprobleme deutlich reduzieren. Die
Energiedichte hat für diesen Brennstoff den Wert 5.6kWh/kg oder 4.4kWh/l und
liegt damit bei etwa der Hälfte derjenigen des Benzins. Methanol ist bis zu
einer Temperatur von 65
C flüssig, kann
also - ähnlich wie Benzin - in einfachen Tanks gelagert werden.
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Energiedichte
Zum besseren Vergleich der Konkurrenztechnologien Brennstoffzelle, Metall-Luft-Zelle, Batterietechnologie und Verbrennungsmotor wird die spezifische Energiedichte herangezogen. Sie gibt an welche Energie bezogen auf Masse oder Volumen ein bestimmer Energieträger besitzt.
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Energieträger
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Energiedichte in Wh/kg
|
Energiedichte in Wh/l
|
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Mn-C (Batterie)
|
25-70
|
120-190
|
|
Alk-Mn (Batterie)
|
80-120
|
200-300
|
|
Pb (Akku)
|
20-45
|
20-100
|
|
Ni-Cd (Akku)
|
40-55
|
30-80
|
|
Ni-MH (Akku)
|
60-120
|
-
|
|
Li-Ion (Akku)
|
110-160
|
-
|
|
Zink-Luft Zelle
|
300
|
-
|
|
H2 (flüssig)
|
33.300
|
2.360
|
|
H2 (30Mpa)
|
33.300
|
750
|
|
H2 (Metallhydrid)
|
580
|
3.180
|
|
Methanol (flüssig)
|
5.600
|
4.420
|
|
Benzin (flüssig)
|
12.700
|
8.760
|
|
Diesel (flüssig)
|
11.600
|
9.700
|
Aus diesen Daten lässt sich ablesen, dass der verwendete Energieträger neben dem Wirkungsgrad die wesentliche Grösse ist wenn es um eine möglichst hohe Energiekapazität geht. Als Alternative zu heutigen Batterietechnologien bietet sich neben der Brennstoffzelle mit Wasserstoff oder Methanol auch die Metall-Luft-Zelle an.
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Stärken und Schwächen der
Brennstoffzelle
Ökologisch
Pro
- Reaktionsprodukt reines Wasser (H2O)
- Keine COx oder NOx Belastung (bei Verwendung von reinem Wasserstoff keine Treibhausgase)
- Hohe Effizienz
- Keine bis niedrige Lärmbelastung
Ökonomisch
Pro
- Hoher Gesamtwirkungsgrad >60%
- Sehr guter Teillastwirkungsgrad
- Direkte Erzeugung von elektrischer Energie
- Keine beweglichen Teile, damit
verbunden ist eine hohe Lebensdauer
- Mobile, portable und stationäre Anwendungen möglich
Contra
- Zur Zeit noch hoher Preis
- Noch keine Wasserstoffinfrastruktur vorhanden
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Verbrennungsmotor (Leistungsbereich ab ca. 1kW)
Pro
- Ausgereifte Technologie
- Kraftstoffinfrastruktur vorhanden
Contra
- Emission von COx und NOx
- Wirkungsgrad von maximal 35% beim Dieselmotor
- Ölreserven sind endlich
Batterien
Pro
- Kompakte Energiequellen
- Ausgereifte Technologie
Contra
- Geringe Lebensdauer
- Entsorgung problematisch
- Verwendung von Schwermetallen wie Cadmium, Blei etc.
- Limitierte Leistung
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